8.

Die Manuskriptkulturen des Mittelalters

 

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8.1 Römische Antike

Während die Schrifteinführung in Griechenland vor allem die Philosophie beflügelte, nutzten die Römer das mit geringen Abwandlungen von den Griechen übernommene Alphabet insbesondere für politische Zwecke: Gesetzestexte, Kriegsberichte, Manuskripte für Gerichtsreden und Lehrbücher für deren Rhetorik.

8.2 Frühes Mittelalter

Mit der Christianisierung des weströmischen Reichs um 500, die den Beginn des Mittelalters markiert, verlagert sich der Fokus des Schriftgebrauchs auf religiöse Themen. Die fast ausschließlichen Produktionsstätten von Manuskripten (von lat. manus = die Hand und skriptum = die Schrift) waren nun die Klöster.

8.3 Romanik, Scholastik, Spätmittelalter

Auch in formaler Hinsicht unterscheiden sich die Manuskriptkulturen. Dies betrifft zum einen das Verhältnis von Literalität und Oralität. Die mündliche Überlieferung war ja keineswegs mit der Schrifteinführung beendet, sondern blieb lange die dominente Kommunikations- und Ausdrucksform. Auch den Texten selbst ist anzumerken, dass sie weitgehend mündlichen Sprachmustern folgt – es handelt sich um "Verschriftungen" gesprochener Sprache, die für das Vorlesen, also wiederum für Sprecher, gedacht waren. Erst in der Scholastik kommt es zu "Verschriftlichungen" in dem Sinne, dass sich textspezifische Merkmale herausbilden.

"Verschriftung": Gilt für alle Manuskriptkulturen bis zu dem Zeitpunkt, wo sich das Schriftbild vom reinen Vorlesetext entfernt. Bis zur Scholastik waren die Texte zum Vorlesen bzw. laut lesen bestimmt. Wie untypisch das leise lesen war: vgl. Augustinus über Ambrosius (Buch 6, Kap. 3). vgl. Illich: Erstaunen darüber, dass jemand lesen kann, ohne die Lippen zu bewegen...

"Verschriftlichung": In dem Moment, wo das Layout sich verslebständigt und nicht mehr nur orale, sondern visuelle Botschaften enthält: Rubriken, Indizes, REgister, Inhaltsverzeichnis...