2.4.3

Lesen als Speicherabruf: Das Lektüremodell der Generativen Grammatik

 

Der hier dargestellten Hypothese zufolge wird ein Proband, der ein bestimmtes Wort (z.B. "Arbeiter") erinnert, bestimmte andere Wörter (z.B. "fleißige" oder "bauen") mit einer Wahrscheinlichkeit erinnern, die der Häufigkeit ihrer Verknüpfung mit Chunk-Knoten entspricht. So wird er z.B. "fleißig" sehr viel wahrscheinlicher erinnern als "bauen", da "bauen" nur über den höchstgelegenen Knoten S mit N1 ("Arbeiter") verbunden ist, während "fleißig" schon über NP1 mit "Arbeiter" zusammenhängt.

Auszug aus: Hörmann (1976), S. 447.